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Ein „Dorfarchiv“, ein „Museum“ oder was in Bauerbach?

 

Sie kennen diese Tür!? Schon bald könnte sie der Zugang werden zum „kulturellen Schatzkästchen“ Bauerbachs; gehört doch der hintere Gebäudeteil des katholischen Pfarrheims St. Elisabeth im Kirchweg 4 neben der Kirche St. Cyriakus zu den ältesten Häusern Bauerbachs – ein ca. 300jähriger „Schatz“ in der Mitte des alten Dorfs.

 

Sie kennen die Vorgeschichte!? Der Heimat- und Kulturverein Bauerbach (HKB), der sich in seiner Satzung u. a. zur „Erhaltung des historischen Dorfkerns und Renovierung von Fachwerkbauten“ sowie zur „Dokumentation der Dorfgeschichte“ bekannt hat, entwickelt seit 2009 die Idee eines „Dorfarchivs“, dessen Bauerbacher historische „Schätze“ den leer stehenden Gebäudeteil mit Leben füllen könnten.

Mit dieser Idee haben sich inzwischen die katholische Kirchengemeinde als Eigentümerin, der Ortsbeirat und der Magistrat der Stadt Marburg angefreundet: Ein Nutzungsvertrag zwischen dem HKB und der katholischen Kirchengemeinde wurde vorbereitet. 

Sie kennen die nächsten Schritte!? Um die bauliche Substanz im Innern des Gebäudes erhalten zu können, benötigt das Projekt finanzielle Mittel; um das Projekt einzugrenzen, ist ein Konzept erstellt worden, und um beides entsprechend der Formel „Ohne überzeugende Konzeption keine gesicherte Finanzierung!“ Hand in Hand voranbringen zu können, wird ein bürgernahen Engagement unentbehrlich sein: Bauerbacher Familien trennen sich von Gegenständen der alten dörflichen Kultur, um das „kulturelle Schatzkästchen“ zu füllen; interessierte Bauerbacher sortieren, archivieren und präsentieren diese „Schätze“, wobei ihnen Mitarbeiter und Studierende der Archivschule, ausgewählter Fachbereiche der Universität und andere Partner wie die VHS behilflich sind. Alt und Jung treffen sich zur Aufarbeitung der (katholischen) Geschichte von Bauerbach, Vereine bieten Sonderausstellungen an – eine lebendige Begegnungsstätte im Rahmen vielfältiger Aktivitäten und Veranstaltungen kann sich entwickeln, wenn…

 

 

* …die Dorfgemeinschaft als ganzer „OT Bauerbach“ ihr „kulturelles Schatzkästchen“ aufbauen und pflegen möchte,

* …sich genügend Bauerbacher mit handwerklichem Können angesprochen fühlen, bei der Innensanierung ehrenamtlich mitzuhelfen,

* …sich das Interesse auch langfristig für die regelmäßige Betreuung halten lässt,

* …jenseits von Partei- und Vereinszugehörigkeit Bauerbacher in großer Zahl von ihrem „kulturellen Schatzkästchen“ im Kirchweg 4 überzeugt sind und mitmachen wollen.

Vielleicht hat Sie diese Textinformation schon jetzt überzeugt und Sie zur Mitarbeit angeregt; dann melden Sie sich doch bitte gleich bei

 

- unserem Ortsvorsteher Herrn Lothar Böttner, Tel.: 13469 / 0171-7414146,

E-Mail ov(at)bauerbach(dot)de

oder bei

- Herrn Volker Weitzel, Tel.: 200978

- Herrn Joachim Deegener, Tel.: 21323

 

Obstbaumbestände 

 

Solange Bauerbacher Bürger/-innen zurückdenken können, werden die auf das alte Dorf zuführenden Feldwege in der Gemarkung von Obstbäumen gesäumt. Bornweg und

Marktweg sind seit langem bis heute Beispiele für diese ortstypischen Anpflanzungen,

die 1991 im Nordwesten um eine Streuobstwiese mit Obstbäumen ergänzt wurde (Ausgleichsmaßnahme der Stadtverwaltung). Der Heimat- und Kulturverein (Verschönerungsverein) hat es seit seiner Gründung

in den 1970er Jahren übernommen, für die Pflege der Obstbäume zu sorgen und Ersatz-Anpflanzungen vorzunehmen.

 

Insgesamt handelt es sich um rund 184 Obstbäume, davon ca.

127 Apfelbäume (Boskoop, Kaiser Wilhelm, Gelber Richard u.a.),

 25 Birnbäume (Pastoren, Alex.Lucas Birne, Gute Graue u.a.),

 10 Zwetschen (Wangenheimer Frühe) und

 22 Kirschbäume (Hedelfinger Riesenkirsche, Böttners Rote).

 

 

Darüber hinaus vermittelte der VVB jahrelang Baumpatenschaften für die Ernte und die Pflege.Aktuell ist für die Vermittlung der Baumpaten- schaften die Stadt Marburg, Fachdienst Stadtgrün, Klima- und Naturschutz, zuständig.

 

 

Die Bürger/-innen von Bauerbach und die Besucher/-innen des Ortsteils werden sich auch in Zukunft an blühenden Obstbäumen im Frühling und im Herbst an reifen Früchten erfreuen können; und die Fachleute wissen den ökologischen Nutzen der Obstbäume in der Gemarkung zu schätzen.
 

 
 

Vogelschutz

 
 
 
 

Die Gruppe der Ornithologen im Heimat- und Kulturverein Bauerbach (ehemals VVB) ist seit Jahrzehnten

darum bemüht, die Lebensbedingungen der Vogelwelt in der Gemarkung Bauerbach zu unterstützen:

Rund 50 Nistkästen sind im Ortsbereich und außerhalb aufgehängt; sie werden regelmäßig gereinigt

und ggf. ausgetauscht.
 

   
   
 

Spazier- und Wanderwege mit Ruhebänken


Die Anbindung des Marburger Ortsteils Bauerbach an die Nachbargemeinden erfolgt zum Teil auf den

Strecken historischer Handelsstraßen, zum Teil auf historischen Wegen, die auf altem Kartenmaterial belegt sind.

Diese überkommenen Streckenführungen sind vielfach identisch mit dem Verlauf heutiger Spazier- und Wanderwege. Im Westen bieten sich auf dem Marktweg und auf dem Bornweg zwei Wanderwege an:

 

Der „Schwälmer Weg X10“ und der „Hugenottenweg“. Sie teilen sich im alten Dorf: Nördlich führt der „Schwälmer Weg X10“ durch die Lohgasse in den Großseelheimer Wald, südlich über den Dorfmittelpunkt wird der „Hugenottenweg“ in den Joichtweg geführt.

Alle Wanderwege hat eine Aktionsgruppe des Verschönerungsvereins (VVB) im Zusammenwirken mit dem Hessischen Gebirgsverein im Sommer 2008 mit dem aktuellen Kartenmaterial abgeglichen, neu markiert und in einen Stadtplan übertragen.

 

Im Rahmen eines weiteren Projekts des VVB wurden historische Wege, deren Namen nur älteren Bürgerinnen und Bürgern noch bekannt sind, mit braunen Hinweisschildern gekennzeichnet und ebenfalls in den Stadtplan übernommen: Auch Ortsangaben wie Straßennamen als Teil des kulturellen Erbes gilt es vor dem Vergessen zu bewahren. Dieser Stadtplan ist Teil eines Faltblattes, das den aktuellen Ortsplan einem Plan des alten Dorfs Bauerbach gegenüberstellt und weitere Informationen für diejenigen bereithält, die Bauerbach wandernd oder radelnd erkunden wollen. Das Faltblatt liegt zum Mitnehmen in einem allgemein zugänglichen Info-Kasten an den Wanderwegen aus.


Die oben genannte Aktionsgruppe hat veranlasst, dass ein großformatiger aktueller Ortsplan am Eingang des Bürgerhauses ausgehängt wird, um Ortsunkundigen eine Orientierung in Bauerbach zu erleichtern. Die Begrüßungsschilder an den beiden Ortseingängen weisen auf diese
„I“-nformation am Bürgerhaus hin.

 

Info - Kasten (Zum Lahnberg)

 

 

 

 

 

 
 

Schildmontage am Sandweg

 
 
 
 

Es gehört zu den satzungsgemäßen Aufgaben des HKB, an geeigneten Plätzen entlang der Wanderwege und sonstigen Spazierwege in der Gemarkung Ruhebänke aufzustellen und diese zu warten. Im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten will der HKB seinen Bestand von z. Z. etwa 40 Bänken erhalten.

 
 
 

Dallesplatz

 
  Kirschenkn√§pperfigur
 

Der HKB hatte es bis zum Sommer 2009 geschafft, in Zusammenwirken von planenden und zupackenden Vereinsmitgliedern, Verantwortlichen im Ortsbeirat und dem Marburger Grünflächenamt sowie einer ortsansässigen Firma den sog. „Dallesplatz“ von einer „Art Abstellplatz mit Telefonzelle“ zu einem ansprechenden begrünten Treffpunkt mit Sitzplatz-Angebot umzugestalten.

Einer Idee des HKB_Vorsitzenden folgend konnte 2010 dem Platz das „i“-Tüpfelchen hinzugefügt werden: Auf einem Sandstein sitzt der „Kirscheknäpper“ – eine Bronzefigur, die mit der rechten Hand einen Kirschkern wegschnippt.

Sie erinnert, wie auf einer Info-Tafel nachzulesen ist – auf humorvolle Weise an den historischen Spottnamen für die Bauerbacher. Sie hatten ihr Obst, vor allem Kirschen noch bis ins 20. Jahrhundert in Körben auf dem Kopf bis nach Schweinsberg zum Verkauf getragen. Eine Bauerbacher Künstlerin schuf den Entwurf; der HKB hat „den Spaß“ mit Unterstützung der Stadt Marburg und der Bauerbacher Vereinsgemeinschaft finanziert.

 

Bauerbacher Insektenhotel

 
 
 

Die Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins Bauerbach e.V. haben auf ihrer Jahreshauptversammlung im März 2010 beschlossen, aus eigenen Finanzmitteln ein “Insektenhotel” bauen zu lassen und in Eigenleistung zu “möblieren”. Seit Mitte Juni 2010 hat es seinen Platz am oberen Rand der Streuobstwiese unweit von Schule und neuem Kindergarten gefunden. Es wartet dort auf rege Belegung durch allerlei Insekten, die zukünftig ihre guten Dienste in der Streuobstwiese verrichten werden.

 
  Insektenhotel
 

Ein Dorf, das seine Zukunft planend gestalten will, kann auf eine Rückbesinnung auf seine historischen Wurzeln nicht verzichten. Sichtbarer Ausdruck dieser historischen Wurzeln ist der Bestand an architektonischen Zeugnissen aus der Dorfgeschichte. Im Verborgenen liegen jedoch oftmals in Schränken und Scheunen verstaut, Gegenstände und Dokumente aus einer für viele längst vergessenen Zeit, um die nur noch ältere Einheimische wissen.

 

Im Jahr 2005 waren die Besitzer von rund 25 historischen Gebäuden bereit, an einem Projekt „Informationstafeln am Haus“ mitzuarbeiten, das J. Deegener als Vorsitzender des Verschönerungsvereins (VVB) durchführte. Unter finanzieller Beteiligung des Marburger Kulturamts übernahm der VVB die wesentlichen Kosten für die rund 25 Informationstafeln, die 2006 an den Gebäuden angebracht wurden.
 

 
   

Die Tafeln geben unter anderem Auskunft über die Baugeschichte und die Baudekoration, über die Nutzung und Umwidmung der Gebäude und über kulturelle und sozialgeschichtliche Einzelheiten.

 

Die Resonanz auf dieses Projekt zeigt, dass vor allem Neubürger/-innen, aber nicht nur sie, jetzt wissen,
was sie an dem alten Dorfkern haben: Ein Wohnumfeld mit Geschichte, das es in Zukunft zu erhalten gilt. Besucher informieren sich über das Dorf, Kinder erkunden im Rahmen von Geburtstags-Rallyes ihre Heimat, und die Hausbesitzer fühlen sich angesprochen, ihr Eigentum sehenswert zu erhalten. 

 

   

Das Projekt hat sich 2006 weiterentwickelt:

 

1.  Bildmaterial, an dessen Zusammenstellung sich vor allem ältere Bürger beteiligt haben, konnte unter 

    der Federführung von J. Deegener und V. Weitzel in einem Bildband verarbeitet werden, der den 

    Titel trägt: „Bauerbach –das alte Dorf im Wandel“. Über 110 Fotos dokumentieren die Dorf-  

    geschichte, verlorengegangene und bewahrte Gebäude sowie Verborgenes an Baudekoration 

    und Kulturgut.

 
 

2. In einer im wesentlichen vom VVB finanzierten Ausstellungsvitrine im Eingangsbereich des Bürgerhauses

    werden  jährlich sechs bis acht historische Fundstücke präsentiert und erläutert, die aus Bauerbacher

    Haushalten stammen und Auskunft geben über Kulturgüter und Gebrauchsgegenstände aus dem

    ländlichen Raum: Handwerkliches, Sakrales, Mode, Kulturelles „von früher“, das sonst ein unbeachtetes

    Dasein auf dem Dachboden oder im Keller fristet. Das Projekt ist von den Autoren des Bildbandes auf Jahre

    angelegt: „Ein Heimatmuseum auf Raten“, in dem sich das alte Dorf präsentieren kann.